Deutschkurse für Asylberechtigte mit Beeinträchtigung
28. Mai 2019
0

Die Anzahl an Asyl- und subsidiär Schutzberechtigten mit Beeinträchtigungen nimmt zu. Nicht jedoch das Angebot an entsprechenden Deutschkursen. Das erschwert den ersten Schritt für eine erfolgreiche Integration.

Eine der wesentlichsten Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Integration in Österreich ist die umfassende Kenntnis der deutschen Sprache.

Die Zunahme der Flüchtlingszahlen in den letzten Jahren führte auch zum deutlichen Anstieg von besonders schutzbedürftigen Menschen auf der Flucht. Verlässliche Zahlen dazu, wie hoch der Anteil an Menschen mit Behinderung unter den Asylsuchenden und Flüchtlingen ist, liegen nicht vor. Doch wird von verschiedenen Seiten von steigenden Zahlen berichtet.

Innerhalb dieser Gruppe befinden sich vor allem Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte mit körperlicher oder geistiger Behinderung in einer besonders prekären Situation, da ihre Integration von besonderen Bedürfnissen bestimmt wird. Diese werden von dem aktuell bestehenden Integrationsangebot nur mangelhaft erfasst. Tatsächlich wird, unseres Wissens, aktuell nur ein spendenfinanzierter Kurs für 10 Personen durchgeführt. In diesem extra aufgearbeiteten Modulen lernen die Teilnehmer auch, mit bestehenden Hilfsmitteln umzugehen, sodass sie idealerweise später an regulären Deutschkursen teilnehmen können.

Insgesamt ist es insbesondere für blinde oder stark sehbehinderte sowie für gehörlose Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte schwierig, einen geeigneten Deutschkurs zu finden – das Angebot in Wien ist im besten Fall überschaubar. Damit werden beeinträchtigte Menschen vor eine unüberwindbare Hürde gestellt und ihre gesellschaftliche wie berufliche Integration erschwert.

Wir beantragen daher, dass der zuständige Stadtrat die Bereitstellung entsprechender Deutschkurs-Angebote bis Niveau B1 für gehörlose und sehbehinderte Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte in Kooperation mit bestehenden Institutionen ausarbeitet und unterstützt.

Der Antrag wurde in der Gemeinderatssitzung vom 28. Mai einstimmig den Ausschüssen zugewiesen.

Bild: Pixabay